Hühner vor Habicht schützen – 6 Möglichkeiten

Wenn wir über die Bedrohung unserer Hühner durch Raubtiere nachdenken, denken wir zuerst an Füchse und Marder. Aber manchmal vergessen wir einen der gefährlichsten und hartnäckigsten Jäger: den Hühnerhabicht. 

Die sicherste Methode um deine Hühner vor Habichten zu schützen ist sie in einem geschlossenen Gehege zu halten, das von einem Netz abgedeckt ist.
Zusätzlich solltest du deinen Hühnern in ihrem Auslauf Unterschlüpfe und Versteckmöglichkeiten bieten und ihre Futterstellen verbergen. Auch Hähne können deine Hühnerschar verteidigen und buntes Flatterband, Vogelscheuchen oder reflektierende CDs den Habicht auf Abstand halten. 

Vogelschutznetz

  • Schutz von Greifvogel-Attacken

Weidezaun

  • Elektrischer Weidezaun
  • mind. 1 Meter hoch

Attrappe

  • Krähen- oder Eulen-Attrappe

Welche Greifvögel attackieren Hühner?

Die größte Gefahr für Hühner kommt vom Habicht, andere Greifvögel, die es in Deutschland gibt, wie Sperber und Bussarde, jagen in der Regel keine ausgewachsenen Hühner.

Rabenvögel haben es in der Regel nur auf Küken und Junghühner abgesehen, deren Gefieder noch nicht geschlossen ist. Wenn du Junghühner hast, musst du auch auf Bussarde achten, diese sind zwar kleiner als Habichte, können aber auch für Junghühner oder Zwerghühner ein Risiko sein.  

Kleine Hühner, Junghennen, Küken und Zwerghühner sind deutlich gefährdeter als große Hühnerrassen wie Jersey Giant, Cochin, Brahmas oder Orpingtons.

Habicht – Steckbrief 

Name: Habicht (Hühnerhabicht)
Wissenschaftlicher Name: Accipiter gentilis
Größe: 48 bis 66 cm, Weibchen größer sind als Männchen

Flügelspannweite: Etwa 100 bis 120 Zentimeter.
Gewicht: Weibchen 750 bis 1300 g, Männchen etwa 500 bis 800g
Verbreitung: Europa, Nordamerika, Asien und Teilen Afrikas

Ernährung: Vögeln wie Hühnern, Tauben, Fasanen und Enten, sowie Nagetiere wie Mäuse und Ratten und gelegentlich kleinere Säugetiere und Reptilien.
Besonderheiten: Der Habicht ist für seine schnellen Flugmanöver und seine Fähigkeit bekannt, seine Beute aus der Luft zu ergreifen. Er nutzt sein scharfes Sehvermögen und seine wendige Flugtechnik, um erfolgreich zu jagen. Der Habicht ist territorial und beansprucht ein großes Revier für die Jagd.

Wie du deine Hühner vor Habichten schützt

Habichte sind beeindruckende und beharrliche Jäger, die stets versuchen, an deine Hühner heranzukommen, sobald sie den Verdacht haben, dass du unvorbereitet bist. Hier sind einige Methoden, um deine Hühner zu schützen… 

1. Ein sicherer Auslauf mit Netz

Die einzige sichere Methode, um den Habicht von deinen Hühnern fernzuhalten, ist ihren Auslauf zu umzäunen und darüber ein Netz zu spannen. 

Dafür eignen sich engmaschiges Vogelschutznetzt*.
Als Zaun solltest du entweder fuchssicheren Maschendrahtzaun, Edelstahlgitter* oder einen elektrischen Weidezaun* nutzen.

2. Hähne

Hähne sind großartig, um Hühner vor Habichten zu schützen, sie halten immer Ausschau nach potenziellen Bedrohungen für die Herde. Sie überwachen den Himmel und sobald sie einen Habicht in der Ferne sehen, warnen sie die Hennen, sodass der Habicht den Überraschungseffekt verliert.

Habichte sind von Natur aus vorsichtig und meiden es, näher zu kommen, wenn sie zuvor entdeckt wurden. Wenn der Habicht trotzdem angreift, wird der Hahn versuchen seine Hennen zu verteidigen, was schon so manchen Habicht abgeschreckt hat. 

Wenn du wissen möchte, welche Vor- aber auch Nachteile eine Hühnerschar mit Hahn hat, kannst du diesen Artikel lesen. 

Hahn attackiert Greifvogel

3. Vogelscheuchen und Eulenattrappe

Attrappen wie Vogelscheuchen oder Plastik-Eulen* oder Krähen* in der Nähe des Stalls kann dabei helfen Habichte abschrecken, da sie denken, dass dieses Gebiet schon von einem anderen Raub- bzw. Rabenvögel  beansprucht wird. 

Habichte, Eulen und Rabenvögel tolerieren sich nicht gegenseitig in ihren Territorien und werden versuchen sich gegenseitig zu vertreiben. Damit sich der Habicht nicht an die Platzierung der Attrappe gewöhnt, solltest du die immer mal wieder an einen anderen Ort stellen. 

4. Reflektierende CDs und buntes Flatterband 

Reflektierende Gegenstände wie CDs können den Habicht blenden, so dass er sich eine andere zum Jagen sucht. Auch buntes Flatterband*, das sich im Wind bewegt, kann ihn irritieren und vom Hühnerauslauf abschrecken.

5. Unterschlupf und Futterstellen verbergen 

Habichte greifen oft an, wenn die Hühner gerade beim Fressen und abgelenkt sind. Daher ist es wichtig, die Futterstellen der Hühner abzudecken oder zu verbergen. 

Besonders wenn der Auslauf deiner Hühner zu groß ist um ihn komplett mit einem Netz abzudecken, lohnt es sich deinen Hühner zusätzlich Deckung zu schaffen, indem du Sträucher und Bäume pflanzt oder Hühnertunnel aufstellst. 

Einige geeignete Sträucher sind:

  • Holunder
  • Himbeeren und Brombeeren
  • Schlehe
  • Obstbäume

Hier gibt es einen kompletten Artikel über die besten Pflanzen, wie Kräuter, Sträucher, Obstbäume und Gemüsepflanzen für deinen Hühnerauslauf.

6. Schutz- und Wachtiere

Neben Hähnen können auch andere Tiere den habicht davon abhalten deine Hühner anzugreifen, dazu gehören:

  • Gänse
  • Perlhühner
  • Ziegen
  • Herdenschutzhunde

Gänse sind bekannt dafür, dass sie sehr territorial sind, keine fremden Tiere in ihrem Gebiet dulden und auch Raubtiere angreifen, wenn sie sich bedroht fühlen. Auch machen sie bei Angriffen von Raubtieren viel Lärm, der dich alarmieren kann.  

Perlhühner sind im Vergleich zu Gänsen deutlich kleiner und haben in einer Auseinandersetzung mit einem Habicht keine guten Chancen, aber sie können sehr laut Alarm schlagen, wenn sich ein Habicht nähert. 

Ziegen vertreiben Habichte oft schon allein durch ihre Anwesenheit in der Hühnerschar, da der Habicht nicht einschätzen kann, wie sie sich verhalten. In seltenen Fällen kann es sogar vorkommen, dass Ziegen ein Huhn bei einem Habicht Angriff verteidigen. 

Ziege verteidigt Huhn von Greifvogel

Herdenschutzhunde sind eine der sichersten, aber auch kostspielige Methoden, um deine Hennen vor Raubtieren zu schützen. Herdenschutzhunde wurden extra dafür gezüchtet, um mit der Herde zu leben und diese bei Gefahr zu schützen.

Sie müssen gut ausgebildet und schon als Welpe an die Herde gewöhnt werden. Da dies einiges an Zeit in Anspruch nimmt, lohnt es sich meist nur, wenn du eine sehr große Hühnerschar hast. 

Fazit

Attrappen, Hähne und Flatterband können alles dazu beitragen, den Habicht von deinen Hühnern fernzuhalten. Die sicherste Option ist allerdings ein gut eingezäunter Auslauf, der mit einem Netz geschützt ist. 

Häufige Fragen

Wie jagt der Habicht Hühner?

Der Habicht ist bekannt für seine geschickten Jagdtechniken, während er sich von einer Vielzahl von Beutetieren ernährt, darunter kleine Säugetiere und Vögel, stellt die Jagd auf Hühner eine besondere Herausforderung dar.

Der Habicht verfügt über mehrere Jagdstrategien, um Hühner zu fangen, eine häufig genutzte Taktik ist der Überraschungsangriff. Aus einer erhöhten Position wie einem Baum oder einem Pfosten heraus beobachtet der Habicht geduldig seine Beute. Sobald sich eine Gelegenheit bietet, stürzt er sich mit blitzschnell aus der Luft auf die ahnungslosen Hühner herab. Diese packt er mit seinen scharfen Krallen und hält sie fest, während er sie mit seinem kräftigen Schnabel tötet.

Eine weitere effektive Methode, die der Habicht anwendet, ist die Hetzjagd. Mit seinen wendigen Flugmanövern verfolgt er die flatternden Hühner und versucht, sie zu erschöpfen. Durch geschickte Luftmanöver versucht der Habicht, seine Beute zu umkreisen und in die Enge zu treiben. Sobald er nah genug herangekommen ist, greift er an und tötet das Huhn.

Manchmal jagt der Habicht auch aus dem Hinterhalt heraus. Er positioniert sich in der Nähe von Futterplätzen der Hühner und wartet geduldig. Sobald ein Huhn unvorsichtig ist, nutzt er den Überraschungsmoment und stürzt sich heraus, um seine Beute zu ergreifen.

Wann greift der Habicht an?

Der Hühnerhabicht ist ein opportunistischer Jäger und deine Hühner nur tagsüber an, in der Nacht zieht er sich zurück und schläft. Habichte sind territoriale Vögel und verteidigen ihr Jagdrevier gegenüber eindringlingen. 

In der Regel verträgt sich der Habicht nicht mit Rotmilanen und Krähen, die auch eigene Reviere haben. 

Rotmilane und Krähen vertreiben Habichte aus ihrem Jagdgebiet, da sie ihre Küken schützen wollen. 

Hast du also in deinem Garten eine Gruppe Krähen, oder kreist bei dir häufig ein Rotmilan, wird sich in der Nähe kein Habicht ansiedeln. 

Im Gegensatz zu Hühnerhabichten interessiert sich der Rotmilan und Krähen auch nicht für Hühner und jagen diese in der Regel nicht aktiv (mit Ausnahme von Junghennen, Küken, Zwerghühnern und kranken Tieren!). 

Rotmilan erkennbar an seinem tief gegabeltem Schwanz, rostfarbenen Federn und weißem “Fenster” auf der Flügelunterseite

Kann ein Habicht ausgewachsene Hühner erlegen?

Habichte sind dank ihrer guten Jagdtaktiken und scharfen Krallen in der Lage, auch größere Hühner zu töten. Größere Beutetiere, wie Hühner oder Kaninchen werden meist von den Habicht-Weibchen gejagt, da diese deutlich größer werden als Männchen. 

Kleine Habicht-Männchen wiegen nur um die 0,5 kg und müssten so mit einem großen Huhn ordentlich kämpfen. Habicht-Weibchen können dagegen bis zu 2,2 kg schwer werden und haben sogar genügend Kraft, um mit einer kleinen Taube oder Kaninchen davonzufliegen.

Woher weiß ich, dass meine Hühner von einem Greifvogel attackiert wurden?

Greifvogel Attacken sind zum Glück leicht zu unterscheiden, wenn ein Habicht ein Huhn getötet hat, wird die Umgebung voller Federn sein, da der Habicht seine Beute nach dem Erlegen “rupft”. 

Marder und Füchse stehlen die Hühner entweder lautlos, oder du wirst tote Hühner mit durchgebissener Kehle finden. 

Was frisst der Hühnerhabicht?

Eine Leibspeise des Hühnerhabichts sind, wie der Name vermuten lässt Hühner. Neben Hühnern stehen jedoch auch andere Vögel auf dem Speiplan des Hühnerhabichts. Er hat ein breites Beutespektrum und greift gerne Tauben, Fasane, Enten und andere kleinere Vögel an. 

Mit seinem schnellen Flug und scharfen Krallen sind Hühnerhabichte in der Lage, Vögel in der Luft zu verfolgen und zu ergreifen.

Aber Vögel sind nicht die einzige Nahrungsquelle für den Hühnerhabicht. Er frisst auch eine Vielzahl anderer kleinerer Tiere. Dazu gehören Nagetiere wie Mäuse und Ratten, Eichhörnchen, Kaninchen und manchmal auch Reptilien wie Eidechsen oder Schlangen. 

Da der Habicht ein Greifvogel ist, ernährt er sich ausschließlich von Fleisch und kann seine Jagdstrategien flexibel an die jeweilige Beute anpassen.

Darf man Greifvögel, wie Habichte oder Bussarde fangen oder töten?

Greifvögel dürfen in Deutschland weder gefangen noch getötet werden, da sie unter Artenschutz stehen. 

In sehr seltenen Fällen kann es zu einer Umsiedlung eines schädlichen Greifvogels kommen, dieser Prozess muss allerdings genehmigt werden und ist meist langwierig. 

Wo kommen Habichte vor? Und wo nisten Habichte?

Habichte sind in verschiedenen Regionen der Erde verbreitet, einschließlich Europa, Nordamerika, Asien und Teilen Afrikas. Sie bewohnen eine Vielzahl von Lebensräumen, von Wäldern über offene Landschaften bis hin zu Gebirgsregionen.

In Europa sind Habichte beispielsweise in den meisten Waldgebieten anzutreffen. Sie bevorzugen Mischwälder mit hohen Baumkronen, die ihnen einen guten Überblick über ihr Jagdrevier bieten. Diese Raubvögel sind territorial und beanspruchen ein großes Gebiet als ihr Revier.

Was die Nistgewohnheiten betrifft, bauen Habichte ihre Nester normalerweise hoch oben in den Bäumen. Diese Horste, die oft aus Zweigen, Ästen und Laub gebaut werden, bieten den Habichten Schutz und eine sichere Umgebung für die Aufzucht ihrer Jungen. Sie bevorzugen in der Regel abgelegene und ruhige Bereiche, um Störungen zu vermeiden. Die Nester werden jedes Jahr von den Habichten erweitert und wiederverwendet.

Die Brutzeit der Habichte variiert je nach Region, liegt jedoch in der Regel im Frühling. Während dieser Zeit legen die Weibchen ihre Eier, die dann von beiden Elternteilen bebrütet werden. Die Jungen schlüpfen nach etwa einem Monat und werden von den Eltern gefüttert und behütet, bis sie flügge sind.

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